Hamburgs süßeste Versuchung


Das Franzbrötchen

Unter allen Hamburger Jungs und Deern bekannt und von den Besuchern der Stadt heiß geliebt: unser Franzbrötchen. Nicht ohne Grund, denn wer kann schon einem Feingebäck bestehend aus einem Plunder- oder Hefeteig, mit Zucker und Zimt gefüllt widerstehen?

Diese süße Versuchung hat seit Anfang des 21. Jahrhunderts kontinuierlich weitere Städte erobert und wird entweder als klassische Variante oder in unterschiedlichen Abwandlungen wie zum Beispiel mit Kürbiskernen, Schokoladenstücken oder Mohn angeboten.

Zur Herkunft des Franzbrötchens gibt es allerlei Spekulationen und es wird gemunkelt, dass das französische Croissant als Vorbild diente. Zur Zeit Napoléons soll das Croissant in Hamburg zum ersten Mal gegessen worden sein. Als die Truppen Napoléons wieder nach Frankreich zurückkehrten, versuchte ein Hamburger Bäcker diesen köstlichen Plunderteig nachzuahmen. Der Versuch scheiterte und es entstand „versehentlich“ ein Franzbrötchen durch Zugabe von Zimt und Zucker. So schön und lecker können also missglückte Backergebnisse ausfallen :-) 


Nicht verpassen:

Am 5. Mai findet in der Hansestadt der Wettbewerb um das beste Franzbrötchen statt.

Wo? Museum für Hamburgische Geschichte, Holstenwall 24, 20355 Hamburg

Wann? 14:00 bis 18:00 Uhr

Insgesamt dürfen 555 Jury-Mitglieder teilnehmen und abstimmen. Wenn Sie auch zu den Juroren zählen möchten, müssen Sie lediglich den Museumseintritt zahlen und ein wenig Glück bei der Auswahl per Zufallsgenerator haben.

Ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm aus Literatur, Live-Backen und Historie erwartet Sie ebenfalls im Museum. Weitere Informationen finden Sie hier.

Also auf die Franzbrötchen, fertig, los!


Wessen Appetit nun angeregt ist, für den haben wir ein Rezept zusammengestellt und natürlich vorher eigens getestet:

Zutaten:

  • 1 Würfel frische Hefe
  • 500g Mehl
  • 50g Butter (weich)
  • 70g Zucker
  • Prise Salz
  • 2 Tl Vanillezucker
  • etwas abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
  • 250 ml lauwarme Milch
  • 2 Eigelbe
  • 200g Butter
  • 200g Zucker
  • 2 Tl gemahlener Zimt
  • etwas Rum

Zubereitung:

1. Das Mehl in eine Schüssel sieben und in die Mitte eine Mulde drücken. Zucker, Vanillezucker, Salz, weiche Butter und Zitronenschale an den Rand der Schüssel geben.

2. Die Hefe in der Hälfte der lauwarmen Milch auflösen. Das Hefe-Milch Gemisch anschließend in die Mitte der Mulde geben und mit etwas Mehl zu einem Vorteig vermengen. Den Vorteig ca. 15 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

3. Eigelbe und restliche warme Milch zugeben und mit dem Rührgerät oder der Küchenmaschine zu einem glatten Teig verarbeiten. Zugedeckt den Teig an einem warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen.


4. 200g Butter kalt stellen. Die verbleibenden 200g Zucker mit dem Zimt mischen. Den Teig kräftig durchkneten und auf einer bemehlten Fläche auf ca. 30 x 25 cm ausrollen.

5. Butter in Scheiben schneiden und die untere Hälfte des Teiges damit belegen. Die obere Teighälfte über die Butterseite klappen. Den Teig vorsichtig auf eine Fläche von 30 x 50 cm ausrollen. Den Teig auf 3 Schichten zusammenlegen und für 30 Minuten kalt stellen.

6. Den Teig auf eine Fläche von 40 x 40 cm ausrollen, die Endstücke zur Mitte legen und so zusammenfalten, dass 4 Schichten entstehen. Das „Päckchen“ für 20 Minuten kalt stellen.


7. Teig ausrollen auf ca. 80 x 40 cm, mit Rum bestreichen und mit Zimtzucker bestreuen. Von der Längsseite her zu einer kompakten Rolle aufrollen.

8. Von der Rolle ca. 5cm dicke Scheiben abschneiden. Diese in der Mitte parallel zu den Schnittflächen am besten mit einem Kochlöffelstiel bis fast ganz unten durchdrücken. Für eine schöne Form wird das Franzbrötchen nun umgedreht.

9. Das Gebäckstück auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen und vor dem Backen nochmal ca. 10 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen.

10. Im vorgeheizten Backofen bei 180° Ober-/Unterhitze ca. 20 Minuten backen.


Guten Appetit :-)


Zuguterletzt eine Ode an unser Lieblingsgebäck:

Franzbrötchen

Wir Hamburger finden die Franzbrötchen lecker.
Dies Plundergebäck führen sämtliche Bäcker,
jedoch nur in Hamburg – woanders höchst selten …
Für Auswand’rer mögen die Ausnahmen gelten.
Die Zimtbrötchen wurden in China gesichtet,
Australien hat sie wohl auch – wird berichtet.
Sogar Argentinier dürfen sie naschen –
begeistert, doch das mag uns nicht überraschen.

Wie kommt es, dass diese gedoppelten Schnecken
den Menschen in Hamburg so wunderbar schmecken?
Halb sabschig, halb krustig mit klebriger Süße
vermitteln sie lebhafte Kinderglück-Grüße.
Auch manche Touristen bekennen zufrieden,
sie hätten sich wegen des Backwerks entschieden,
die Hansestadt wieder einmal zu besuchen …
Er ist halt beliebt, dieser zimtige Kuchen!

Weshalb diese Brötchen den Franz-Namen tragen,
vermag man bis heute nicht sicher zu sagen.
In Altona gab es vor zweihundert Jahren
– zur Zeit, als hier Truppen Napoleons waren –
den Backmeister Thielemann, der sich bemühte,
französische Hörnchen besonderer Güte
für jene Soldaten zum Frühstück zu backen.
Sie war’n zwar gerollt, doch als flachere Placken.

Vielleicht war’s auch anders – wer kann das schon wissen?
Das Hamburger Kultgebäck mag man nicht missen …
Wenn Zucker und Zimt auf der Zunge zergehen,
dann muss man auch nicht mehr den Ursprung verstehen.
Ein Hauch von Zitrone setzt tolle Akzente
und sorgt für genussreiche Freuden-Momente.
Ganz ehrlich, das braucht man als Mensch doch zuweilen
und mag das getrost mit der ganzen Welt teilen!

(Regina Manow, März 2018)

Quelle: www.franzbroetchen.de

Blogpost

vom 04.04.2018

Thema
Hamburg, Kulinarisches
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